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Burg Sterrenberg bei Kamp-Bornhofen

Burg Sterrenberg bildet zusammen mit der benachbarten Burg Liebenstein die so genannten „feindlichen Brüder“ auf der rechten Rheinseite bei Kamp-Bornhofen im Mittelrheintal in Rheinland-Pfalz. Die beiden Burgruinen gehören zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Nachdem die alte Burg Ehrenbreitstein unter der Festung verschwunden ist, stellt Sterrenberg die älteste erhaltene Burganlage im Mittelrheintal dar. 

Burg Sterrenberg

Zur Geschichte der Burg Sterrenberg 

Bereits 1034 wird Sterrenberg als Reichsburg erwähnt. 1195 erhielten die Herren von Bolanden, später Grafen von Sponheim-Dannenfels, sie als Lehen. Die Burgherren nannten sich Herren von Sterrenberg; die Burg erfüllte sowohl eine Verteidigungsfunktion, als sie auch Zollburg für Bornhofen war. Aus dieser Anfangszeit stammen der Bergfried und die erste, innere Schildmauer.

Ende des 13. Jahrhunderts ging die Burg nach dem Aussterben dieser Sponheimer Linie als Reichspfandschaft an die Grafen von Katzenelnbogen; der Trierer Erzbischof, Kurfürst Balduin von Luxemburg, beanspruchte sie aber für sich und nahm sie 1313 nach Kampfhandlungen ein. Bis Mitte des 14. Jahrhunderts war sie Zentrum des rechtsrheinischen Grundbesitzes von Kurtrier, der im Wesentlichen ein Kerngebiet zwischen dem heutigen Kamp-Bornhofen, Filsen, St. Goarshausen-Wellmich am Rhein sowie landeinwärts östlich bis in den Taunus hinein bei Lykershausen, Prath und Dahlheim umfasste.

Mutmaßlich im 14. Jahrhundert bauten die Trierer vor die Kernburg eine massive zweite (äußere) Schildmauer. Sie kann als schiere Verstärkung gesehen werden, liegt jedoch so, als ob sie gegen die in unmittelbarer Nachbarschaft angrenzende, ursprünglich ebenfalls Sponheimer Burg Liebenstein, die als Ganerbenburg von Kurtrier nie eingenommen wurde, gerichtet sei. Diese plausibel erscheinende Motivation ist aber nicht durch Quellen abgestützt. Im Volksmund bildete diese zweite Schildmauer als mutmaßliche "Streitmauer" den historischen Kern der Sage von den feindlichen Brüdern.

Schon in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde die 1353-57 neu erbaute Burg Maus über Wellmich die strategisch wichtigere Burg des kurtrierischen Besitzes, die Burg Sterrenberg in ihrer Bedeutung verdrängte; 1456 wird Sterrenberg schon baufällig und 1568 unbewohnt genannt.

Die verfallene Anlage blieb kurtrierisch bis zum Ende des Alten Reiches 1806, fiel dann mit dem gesamten rechtsrheinischen Besitz der Trierer Erzbischöfe an das Herzogtum Nassau, das 1866 preußisch wurde; seit 1945 gehört Burg Sterrenberg zum Land Rheinland-Pfalz.

Von 1970 bis 1977 erfolgten Sicherungsmaßnahmen und Wiederaufbauten (1970 das Frauenhaus, 1972 der gotisierende Restaurantbau). Der Bergfried erhielt wieder einen Zinnenkranz und weißen Verputz, was dem mittelalterlichen Zustand entspricht.

Zahlreiche Balkenlöcher und Kaminabzüge in der Außen- und inneren Schildmauer zeigen, dass hier weitere Wohnbauten standen, was wohl an der Mauer vor dem Restaurant, die bei den Restaurierungsarbeiten Fensteröffnungen erhielt, nicht der Fall war. Auf weitergehende Rekonstruktionsarbeiten nicht mehr nachvollziehbarer Bausubstanz wurde verzichtet.

Quelle:
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Burg Sterrenberg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Feindliche Brüder - links Burg Sterrenberg

Feindliche Brüder - links Burg Sterrenberg.

Zur Sage der "feinlichen Brüder" siehe hier

Lageplan:

 

 
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