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Burg Rheinfels in St. Goar
Zur Geschichte der Burg Rheinfels245 wurde die Burg von Diether V. von Katzenelnbogen im Mittelrheintal über St. Goar als Zollburg für die rheinaufwärts fahrenden Schiffe erbaut. 1255 bewährte sie sich bei der Belagerung durch das Heer des Rheinischen Städtebundes, die erfolglos blieb; dadurch erlangte sie den Ruf, uneinnehmbar zu sein. Über dieses Ereignis berichten erstmals Quellen des hessischen Chronisten Wiegand Gerstenberg (1493); spätere Quellen schmücken die Geschichte zu einem nicht nachweisbaren Ausmaß aus. Im 13. Jahrhundert teilten sich die Grafschaft Katzenelnbogen in die Obergrafschaft im Gebiet von Starkenburg und in die Niedergrafschaft mit der Residenz Rheinfels. 1370 baute Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen auf der gegenüberliegenden Rheinseite die Burg Katz. Dadurch wurde es möglich, auch von den rheinabwärts fahrenden Schiffen Zoll zu verlangen (St. Goarer Doppelzoll). Nachdem 1402 die Ober- und Niedergrafschaft wieder vereinigt wurden, blieb die Residenz auf Burg Rheinfels. Unter Graf Johann III. von Katzenelnbogen und seinem Sohn Philipp erlangte das höfische Leben im 15. Jahrhundert auf Burg Rheinfels seinen Höhepunkt. Philipps Söhne Philipp der Jüngere († 1453) und Eberhard († 1456) starben früh, damit fiel die Burg 1479 an Heinrich III. von Hessen-Marburg, der mit Anna, der Tochter von Philipp verheiratet war. In einem Jahrzehnte währenden Erbrechtsstreit mit dem Haus Nassau konnte Hessen-Marburg sich trotz juristischer Unterlegenheit de facto behaupten. Um 1570 ließ Philipp der Großmütige die Burg zu einem Renaissanceschloss umbauen. Während des Dreißigjährigen Krieges kam es zu einem Erbschaftsstreit unter den Söhnen Philipps, und die Grafschaft einschließlich Burg Rheinfels wurde durch das Reichshofgericht 1623 dem Besitz von Hessen-Darmstadt zugesprochen. Landgraf Moritz von Hessen-Kassel erkannte das Urteil jedoch nicht an und verschanzte sich auf der Burg, ohne dass Hessen-Kassel sie erstürmen konnte; die rechtsmäßigen Besitzer mussten sich erneut an das Reichsgericht wenden. Ferdinand von Bayern, Kurfürst und Erzbischof zu Köln, der das Urteil vollstrecken musste, ließ die Burg 1626 belagern, und nach schweren Kämpfen wurde Rheinfels am 2. September 1626 an Hessen-Darmstadt übergeben. Nachdem Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt die Burg restaurieren ließ, wurde sie abermals 1647 von Hessen-Kassel zurück erobert. Am 14. April 1648 schlossen die beiden hessischen Landgrafschaften einen Vergleich, durch den die Burg Rheinfels und die Stadt St. Goar zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt geteilt wurden. 1649 erhob Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels-Rotenburg Rheinfels zu seiner Residenz, baute sie 1657-1674 zu einer umfangreichen Festung aus, die gegen Frankreich gerichtet war; der Landgraf residierte dort bis 1693. In diesem Jahr unternahmen französische Truppen einen Angriff auf die Burg, der am Widerstand der Besatzung aus Hessen-Kassel scheiterte. Zum Schluss standen 3.000 Verteidiger gegen 28.000 französische Soldaten. Bei zwei Sturmversuchen starben 4.000 Franzosen und 6.500 wurden verwundet, die Verteidiger beklagten 564 Tote und 885 Verwundete. Auch der zweite Angriff wurde abgeschlagen, und bei Herannahen eines Entsatzheeres zogen die Franzosen ab. 1754 trat Landgraf Konstantin die Burg nach Streitigkeiten an Hessen-Kassel ab. Als im 7-jährigen Krieg (1756-1763) französische Truppen die Burg besetzten, gelang die Verteidigung gegenüber deren moderneren Wehrtechniken nicht mehr; Rheinfels wurde kampflos übergeben. Dasselbe gilt bei der französischen Rheinlandbesetzung 1794. Die französischen Revolutionstruppen zerstörten die Festung: 1796 wurden die vorgelagerten Festungswerke gesprengt, 1797 Schloss und Bergfried. 1812 wurde die Ruine als französisches Staatseigentum an den St. Goarer Kaufmann Peter Glas verkauft. Das beim Abbruch gewonnene Material wurde zum größten Teil beim Bau der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz verwendet. Nachdem die Ruine eine Zeitlang Steinbruch war, kaufte sie 1843 Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., der sie damit vor weiteren Zerstörungen bewahrte. Seit 1925 ist die Stadt St. Goar Besitzerin der Burg. Die Gemeinde nahm 1963/64 sowie in den 1990er Jahren Restaurierungen vor. Seit 1973 beherbergt die Burg Rheinfels ein Hotel, dass seit 2005 den Namen "Romantikhotel Schloss Rheinfels" trägt. Quelle:
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