Burg Steinsberg in Weiler (Ortsteil von Sinsheim)
Zur Geschichte1109 erste Erwähnung eines Geschlechts, welches sich nach der Burg nannte und Mitte des 12. Jahrhunderts vom Dichter Spervogel besungen wurde. Um 1180 ging die Burg in den Besitz der mächtigen Grafen von Oettingen über, die den Bergfried und die Mantelmauer zwischen 1225-1250 erbauen ließen. Die Bauweise und die vielfältigen Steinmetzzeichen weisen Parallelen zu staufischen Bauten in Italien auf. Ab 1307 war die Burg im Besitz der Pfalzgrafen. In diese Zeit fällt die Erweiterung der Burganlage. 1436 wurden der innere Zwinger, der Palas mit Kemenate und die Burgkapelle fertig gestellt. 1517 erwarben Hans Hippolyt und Ludwig von Venningen die Burg. 1525 wurde die Burg während des Bauernkrieges durch den Kraichgauer Haufen unter Führung des Pfarrers Anton Eisenhut niedergebrannt und 2 Jahre später mit Strafgeldern der Bauern wieder instand gesetzt. In den Wirren des 30-jährigen Krieges erlebte die Burg wechselnde Besatzungen. 1777 gaben die Herren von Venningen die Burg nach einem Blitzeinschlag endgültig auf. Danach verfiel die Burganlage mehr und mehr. 1973 erwarb schließlich die Stadt Sinsheim die Burganlage und rettete sie vor dem drohenden Verfall. Seit dieser Zeit wurden erhebliche Mittel für die Sanierung und Erhaltung der Burg aufgewendet. Heute ist die Burg ein beliebtes Freizeit- und Ausflugsziel. Im Innenhof finden im Sommer Theateraufführungen und Konzerte statt.
Mehr über die Geschichte dieser interessanten Region erfahren Sie im Stadtmuseum Sinsheim, im Alten Rathaus, Hauptstr. 92 Öffnungszeiten: sonntags und mittwochs 14.00 - 17.00 Uhr Museums- und Burgführungen unter Telefon: 0 72 61 - 40 49 50
Geologie des Steinsberges: Im frühen Tertiär, vor etwa 60 Mill. Jahren, entstand hier an einer Schwächezone in der rd. 30 km dicken Erdkruste eine bis in den Erdmantel tiefgreifende Spalte. Hier drangen in einer explosiven Phase energiereiche, heiße Gase und Tuffe (vulkanische Aschen) durch das Grund- und Deckgebirge und bildeten mit dem mitgeschleppten und hineinfallenden Nebengestein ein Gas-Tuff-Gesteinsgemisch. Aus der Bestimmung des Nebengesteins ist anzunehmen, dass die ehemalige Landoberfläche > 300 m höher als heute gelegen hat. Danach drang in einer effusiven Phase flüssiger, glutheißer schwarzgrauer Nephelinbasalt aus der Tiefe des Erdmantels nach. Dieses jetzt erkaltete Vulkangestein ist am Fuße der äußeren Burgmauer stellenweise noch zu finden. Durch die hohen Temperaturen der Gase und Basalte von > 1000" C wurde das umgebende unbeeinflusste Schichtgestein, hier rotbunte Tonmergelsteine, thermisch zu hellgelb gefrittet. Nach dieser sehr kurzzeitigen, vulkanischen Tätigkeit, unterlag der Steinsbergvulkan der immer dauernden Abtragung. Da hier der Basaltkern einen erheblich härteren Widerstand entgegensetzte als die umgebenden Sedimentgesteine, bildet er heute eine markante und die höchste Erhebung im Kraichgau. Quelle: Informationstafel an der Burg.

Oben: Grundriss der Burg.  Oben: Zweites Tor - erbaut um 1436; zweigeschossiger Wehrturm mit seitlichem Wehrgang - Eingänge ebenerdig und oberhalb des Torbogens. 
Oben: äußeres Tor - erbaut um 1500 mit vorwerkartigem Zinger und Schießscharten in Schlüsselform. 
Oben: Halbrundtürme, eingesetzt in die äußere Mauer des Zwingers, lassen auf die Verwendung von Feuerwaffen schliessen. 
Oben: Drittes Tor - erbaut um 1436mit „Neidkopf” zur Abwendung böser Gewalten (siehe nächstes Bild).

Oben: Oberes Eingangstor - ursprünglich Mitte 13. Jahrhundert, 1556 umgebaut, Zwingertor mit spitzbogiger Öffnung, bis zu 4 m hoch, für Lanzenreiter. Durch die kleine „Tür im Tor" wurden alle nach Einbruch der Dunkelheit ankommenden Personen eingelassen. 
Oben: Torhaus mit darüber liegendem Wohngeschoss - von hier aus verliefen nach beiden Richtungen Wehrgänge entlang der 12-eckigen Mantelmauer. An der Südseite des Torhauses befand sich die ehemalige Hufschmiede. Über dem Eingang steht die Jahreszahl 1556. 
Oben und nachfolgende 2 Bilder: Bergfried - achteckiger Wohn- und Wehrturm mit Steinmetzzeichen und regelmäßig bearbeiteten Buckelquadern aus Schilfsandstein, 30 m hoch und bis zu 4 m dick, - Kamin und Steinbalkendecke, ursprünglicher Eingang in 11 m Höhe - erbaut 1230-1250 in spätstaufischer Zeit unter Friedrier II. durch die Grafen von Öttingen, die im Dienste des Kaisers standen.

Oben: Blick vom gegehbaren Bergfried auf den Ort Weiler. 
Oben: Blick vom Bergfried auf 2. und 3. Tor und Wirtschaftsgebäude. 
Oben: Blick vom Bergfried auf Torhaus, innere und äußere Mauer. 
Oben: Blick durch ein Fenster des Bergfriedes. Die Wände sind bis zu 4 Meter dick. 
Oben: Wirtschaftsgebäude - 1525 wurde die Burg im Bauernkrieg unter ihrem Anführer Anton Eisenhut aus Eppingen zerstört. Die Bauern hatten alle Holzteile abgerissen und mit ihnen im Burghof ein großes „Lustfeuerlein" angezündet. 1527 wurden Burg und Wirtschaftsgebäude mit Entschädigungsgeldern der Bauern in Höhe von 5000 Gulden wieder errichtet. 
Oben: Wappentafel -- zeigt Jahreszahl des Wiederaufbaus 1527 und Taube des Heligen Geistes, links Ritter Ludwig von Venningen und rechts Ehefrau Agnes von Nothaft von Hohenberg. Die gekreuzten Lilien gehören zum Wappen des L. v. Venningen, das Rabenwappen erinnert an seine Mutter C. von Helmstatt, seine Ehefrau Agnes kniet neben ihrem Flügelwappen, darüber zeigt ein Stern im Schild deren Mutter, Anna von Sternenfels. Die Inschrift lautete: „GOT BEGNAD UNS UND SI BARMHERZIG ALLEIN GOT DIE ER".

Oben: Aborterker für Bewohner und Wachpersonal. Darunter befand sich der Burggraben. 
Oben und folgendes Bild: Pechnase am Wehrturm - zur Verteidigung der Burg sollte durch den nach unten offenen Erker siedendes Öl oder Pech auf den Feind gegossen werden. Die Steinplatte des Erkers zeigt kaum noch erkennbar das pfälzische Wappen auf zwei Schilde verteilt: links: Rauten rechits: Löwen darunter die Jahreszahl 1436 in römischer Inschrift MCCCCXXXVI
Allgemeine Infos| Zugänglich? | zugänglich, Palas nur wenn keine Feier; Gaststätte | | Parken? | am Fuß der Burg
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WeblinksOffizielle Webseite Lageplan per Google Maps: 
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