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Kloster Eberbach in Eltville

Kloster Eberbach in Eltville

Zur Geschichte des Klosters Eberbach

Unter dem Einfluß Bernhards von Clairvaux erlebte der 1098 gegründete Zisterzienserorden seine größte Blütezeit. Mit 166 Tochter- und Enkelklöstern ging von der burgundischen Abtei Clairvaux bis zum Tode des hl. Bernhard (1153) nahezu die Hälfte der zisterziensischen Neugründungen aus. Nach Himmerod in der Eifel (gegr. 1134) war Kloster Eberbach die zweite und letzte Tochtergründung der Abtei Clairvaux auf deutschem Boden.

Die früheste Gründung einer geistlichen Niederlassung in dem abgelegenen Kisselbachtal an den Südhängen des Taunus erfolgte um 1116, als sich ein Konvent von Augustiner-Chorherren dort niederließ. Zunächst von Erzbischof Adalbert L von Mainz (1109-1137) mit Besitz ausgestattet, wies er die Augustiner wegen angeblich mangelnder Disziplin 1131 aus Eberbach aus. An ihrer Stelle setzte er Benediktiner aus dem benachbarten Kloster Johannisberg ein. Das benediktinische Zwischenspiel dauerte aus nicht näher bekannten Gründen nur bis 1135.

Der für das Jahr 1135 belegte Aufenthalt Bernhards von Clairvaux in Mainz mag Erzbischof Adalbert 1. dazu bewogen haben, das Kloster mit zisterziensischen Mönchen aus Clairvaux zu besiedeln. Die Gründungslegende berichtet, daß der hl. Bernhard selbst in Begleitung des Erzbischofs auf der Suche nach einem geeigneten Ort für die Ansiedlung eines Konvents in das stille Waldtal gekommen sei. Ein wilder Eber sei plötzlich aus dem Unterholz gebrochen und habe mit seinen Stoßzähnen das Gelände umpflügt, auf dem später das Kloster errichtet wurde.

Die Gründung des Klosters fällt auf den 13. Februar 1136, als unter der Führung des Abtes Muthard 12 Mönche aus Clairvaux in Eberbach eintrafen. Eine Gründungsurkunde hat sich nicht erhalten. Wohl aber benennen frühe Eberbacher Schriftstücke das genaue Datum: Sit /wirr quo(' anno Domini 1135 Idos Februarii fundata est abbacia Eberbacensis. Lange war daher das Jahr 1135 als das Gründungsjahr der Abtei in der Literatur geläufig. Für die Zisterzienser jedoch war der marianische Kalender verbindlich. Nach dieser am Marienleben orientierten Zeitrechnung, dem sog. Annunciationsstil, begann das neue Jahr erst am 25. März. Damit fällt die Klostergründung nach heutiger Zeitrechnung erst in das Jahr 1136. Das präzise Datum ergibt sich aus der Bezeichnung Idus. dem altrömischen Kalender zufolge der 13. Tag des Monats Februar.

Vermutlich haben die Zisterzienser zunächst provisorisch die vorhandenen Gebäude ihrer augustinischen und benediktinischen Vorgänger genutzt. Schon bald - um 1145 - setzte in Eberbach eine rege Bautätigkeit ein. In der Tradition der burgundischen Mutterklöster sollte die Abteikirche zunächst als Quaderbau mit niedrigem Chor ausgeführt werden. Infolge der Kirchenspaltung, die die Flucht des Eberbacher Abtes nach Rom nach sich zog, kamen die Arbeiten bereits um 1160 wieder zum Erliegen. Sie wurden erst zehn Jahre später mit Änderung des Bauplanes wieder aufgenommen. Unter Verwendung der bereits teilweise aufgeführten Ostteile erbaute man die Kirche in den Formen der heimischen Spätromanik.

Die Gesamtweihe der Kirche fand der wiederholt erneuerten Weiheinschrift im Chor der Abteikirche zufolge am 23. Mai 1186 zu Ehren der Heiltgen Jungfrau und des Heiligen Johanne; des Täufers statt. Die gesamte Klosteranlage war bis um das Jahr 1200 weitgehend fertiggestellt.

Quelle: Informationstafel im Kloster.

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