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Residenzschloss Ludwigsburg

Residenzschloss Ludwigsburg

Zur Geschichte des Residenzschlosses Ludwigsburg

An der Stelle des heutigen Schlosses stand im 17. Jahrhundert der Erlachhof, ein Jagdgut mit einer Falknerei und einer Seewirtschaft. Dieser wurde im Jahre 1693 von französischen Truppen niedergebrannt. Anfang des 18. Jahrhunderts plante man zunächst den Wiederaufbau eines Jagdguts. In den folgenden Jahren wurde der Baumeister Philipp Joseph Jenisch mit aufwändigeren Planungen beauftragt. Es entstand ein kleines Schloss, dessen Grundstein am 7. Mai 1704 gelegt wurde und dem Herzog Eberhard Ludwig am 11. Mai 1705 den Namen Ludwigsburg gab.

Bereits 1706 entwarf der neue und begabtere Hofbaumeister Johann Friedrich Nette großzügigerer Planungen. Diese sahen eine damals übliche Dreiflügelanlage vor. In den darauffolgenden Jahren errichtete man zunächst den mächtigen Hauptbau im Norden der Anlage, das später sogenannte „Alte Corps de Logis“. Kurz darauf erweiterte man den Haupbau an beiden Schmalseiten mit dem Jagd- und dem Spielpavillon und Verbindungsgalerien. An diese Galerien fügte man rechtwinklig zum Hauptbau jeweils einen Seitenflügel (Ordensbau im Westen, Riesenbau im Osten), so dass eine Dreiflügelanlage mit nach Süden offenem Ehrenhof entstand. 1709, als der Bau erst zu einem kleinen Teil fortgeschritten war, verlegte der Herzog seine ständige Residenz nach Ludwigsburg. Bis in die 1730er Jahre zog sich der weitere Ausbau hin. Nach dem Tod des Baumeisters Johann Friedrich Nette wurde der bisherige Stuckateur Donato Giuseppe Frisoni als Hofbaumeister berufen. Ab 1715 plante er erhebliche Vergrößerungen der bestehenden Anlage. Die Dreiflügelanlage wurde erweitert durch zusätzliche Flügelbauten, den beiden Kavalliersbauten. Hinter den Flügelbauten errichtete man im Osten die Schlosskirche, im Westen das symmetrische Gegenstück (das später als Ordenskapelle genutzt wurde). Parallel zu den Kavalliersbauten errichtete man im Westen den Festinbau, im Osten den Theaterbau. Damit war die Dreiflügelanlage komplettiert. Trotz dieser immensen Erweiterungen für Festsäle und Räume des Hofstaats entsprach die Schlossanlage noch nicht den gewachsenen Ansprüchen. Es mangelte an Räumen, die eine reibungslose Bedienung ermöglichten und an den herzoglichen Wohnungen selbst. Die Wohnung des Herzogs befand sich zu diesem Zeitpunkt weiterhin im „Alten Corps de Logis“. Die Größe des Appartements entsprach der ursprünglich vorgesehenen Funktion als Jagd- und Lustschloss und genügte nicht den zeitgenössischen Anforderungen an eine herzogliche Repräsentationswohnung. Weitere Vergrößerungen wurden benötigt.

D. G. Frisoni plante zunächst eine Erweiterung durch Ummantelung des Hauptbaus, ähnlich wie sie beim Schloss Versailles umgesetzt wurde. In Ludwigsburg wäre diese Lösung aufgrund der Geländeformation nur mit sehr großem Aufwand und Kosten möglich gewesen. Daher entschied man sich für eine andere Variante, einem völlig neuem und wesentlich größeren Baukörper, dem „Neuen Corps de Logis“. Diesen errichtete man im Süden der Dreiflügelanlage, gegenüber dem „Alten Corps de Logis“. Zwei lange Galerien (Ahnen- und Bildergalerie) verbinden die Kavalliersbauten der bereits bestehenden Anlage mit dem neuen Hauptbau und schließen die bisherige Drei- zur Vierflügelanlage. Im Süden des Neubaus wurde ein großer Garten angelegt, der vom Innenhof (durch den so genannten „Hirschgang“) unter dem Gebäude hindurch erreichbar ist. Beim Tod des Herzogs 1733 war das „Neue Corps de Logis“ im Äußeren fertiggestellt, während die Innenausstattung noch unvollständig war.

Ludwigsburg galt als einer der prächtigsten europäischen Höfe und umfasst etwa 400 Räume, zwei Kirchen, ein Theater und einen großen Innenhof. In den ausgedehnten Schlossgärten finden sich unter anderem künstliche Wasserfälle und Felsengrotten.

Der Marmorsaletta im Jagdpavillon gilt heute als einer Raum, in dem sich die barocke Gestaltung am besten erhalten hat. Der Raum, in dem die erste Ausstattung des Schlosses zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhalten geblieben ist, zeugt von der qualitativ äußerst hochwertigen Ausstattung. Die Pilaster sind hier mit farbigem Bandelwerk ornamentiert. Die Wandfelder zeigen das Kreuz des Jagdordens St. Hubertus sowie das Monogramm des Ordensgründers und Bauherrn Herzog Eberhard Ludwigs von Württemberg. Erhalten geblieben sind auch die beiden markant gerahmten Kamine, die mit ihren hohen Spiegeln erheblich zur Raumwirkung beitragen.

Übersicht - als Baumeister/Architekt waren also beteiligt: Philipp Joseph Jenisch, 1. Architekt; Johann Friedrich Nette, 1705-15; Stukkateur Donato Giuseppe Frisoni, seit 1714 Oberarchitekt; Paolo Retti, Baumeister; Johann Christoph David von Leger, Architekt; Philippe de la Gu´èpière, Architekt; Nikolaus Friedrich Thouret, Hofbaumeister.

Quelle:
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