Schloss Solitude in Stuttgart
Zur Geschichte des Schlosses Solitude Die Bauzeit war gekennzeichnet von politischen und finanziellen Widrigkeiten. Karl Eugen war er ein überaus bau- und repräsentationsfreudiger Fürst – von Giacomo Casanova ist beispielsweise eine begeisterte Schilderung der prunkvollen Hofhaltung, der Bauten, und der technisch raffinierten Theater-Vorstellungen überliefert.
Objektiv überstieg der Bau die finanziellen Möglichkeiten des Herzogtums Württemberg. Über die Finanzprobleme des Staates kam es zu politischen Konflikten des Herzogs mit den einflussreichen württembergischen Landständen in Stuttgart, in deren Folge der Herzog seine Residenz von Stuttgart nach Ludwigsburg verlegte. Letztlich waren die aufwendige Repräsentation und der Unterhalt des Schlosses wohl weder finanziell noch politisch tragbar. Bereits 1775 wurde die Hofhaltung dort eingestellt und nach Hohenheim verlagert.
1770 wurde die Karlsschule (seit 1781 Hohe Karlsschule) von Herzog Karl Eugen gegründet und befand sich anfangs im herzoglichen Lustschloss Solitude bei Gerlingen (Württemberg). Sie diente als Militärakademie, Kunstakademie und später als Allgemeine Hochschule und war als Eliteschule für Söhne aus angesehenen württembergischen Familien gedacht. Ihr berühmtester Schüler war Friedrich Schiller, der ebenso wie sein Vater Johann Caspar Schiller dort eingeschrieben war. 1775 wurde die Schule nach Stuttgart verlegt.
Das Schloss verwaiste und verfiel. Mitte des 20. Jahrhunderts war die Bausubstanz angegriffen, die Dächer verrottet und im Inneren die herrlichen Deckengemälde von Nikolas Guibal und die Deckenfresken durch Wasserschaden weitgehend verfallen. 1972–1983 renovierte dann die Bundesrepublik Deutschland die Gebäude samt den Innenräumen, inklusive der Fresken und Deckengemälde. 
 
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