Hambacher Schloss in Neustadt an der Weinstraße (Ortsteil Hambach)
Zur Geschichte des Hambacher SchlossesVorgänger-Bauwerke
Nach Ausweis von Grabungsfunden wurde das Areal des Bergsporns, auf dem sich heute das Hambacher Schloss erhebt, bereits in spätrömischer Zeit genutzt. In spätkarolingisch-ottonischer Zeit wurde eine Fliehburg errichtet, von der sich Reste vor und unter der äußeren Ringmauer erhalten haben.
Errichtung der Kästenburg
Wohl in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde dann innerhalb der früheren Befestigung eine neue Burg gebaut. Wegen der umliegenden prächtigen Esskastanienwälder) erhielt sie damals den Namen Kästenburg (pfälzisch für „Kastanienburg“). Über ihre Frühzeit ist nur wenig bekannt; eine Gründung als Reichsburg ist eine ebenso belegfreie Spekulation wie die Vermutung, Kaiser Heinrich IV. habe 1076 von hier aus den Gang nach Canossa angetreten. Fest steht allein, dass Bischof Johann I. von Speyer die Anlage aus seinem Eigengut zusammen mit Burg Meistersel zwischen 1090 und 1104 an das Hochstift Speyer überschrieben hat, das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Eigentümer blieb.
Burkhard und Trushard
Die umfangreiche Anlage galt im hohen und späten Mittelalter als eine der wichtigsten Befestigungen des Hochstifts Speyer, worauf zahlreiche Aufenthalte der Bischöfe seit 1180 hinweisen. Dennoch sind die ersten Burgmannen vordringlich als Reichsministerialen und weniger als Dienstleute der Kirche bekannt geworden, so insbesondere der erste Vertreter, Burkhard von Kästenburg, der von 1154 bis 1186 im Reichsdienst nachweisbar ist. Sein Bruder Trushard, belegt 1178–1201 und ursprünglich wohl aus der speyerischen Dienstmannschaft hervorgegangen, machte am Königs- bzw. Kaiserhof Heinrichs VI. eine glänzende Karriere, während der er die Ämter eines königlichen/kaiserlichen Legaten in der Lombardei (seit 1188), eines Podestà von Chieri und Ivrea (1188) und schließlich sogar eines kaiserlichen Stellvertreters in Italien (1193) bekleidete, bevor er schließlich in Speyer das Hofamt eines Kämmerers ausübte (1192/93, 1198?).
Spätere Ministerialen
Die Nachkommen Trushards hatten mit der Kästenburg keine Verbindung mehr; auf der Anlage fanden sich andere Burgmannengeschlechter, darunter insbesondere seit 1256 die speyerische Ministerialenfamilie Schnittlauch von Kästenburg. Wie zahlreiche bis weit in die Neuzeit verliehene Burglehen beweisen, gehörten zu den Burgmannen, deren Residenzpflicht seit 1272 nicht mehr uneingeschränkt bestand, zeitweise auch die Grafen von Zweibrücken (1284) und die Grafen von Veldenz (1311).
Baumaßnahmen
Insbesondere im 13. Jahrhundert fanden größere Baumaßnahmen statt; die Bischöfe Nikolaus I. und Matthias I. unternahmen Ende des 14. und in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts weitere. Grund für diese Arbeiten war allerdings nicht eine häufig für das Jahr 1315 angenommene Zerstörung während der Auseinandersetzungen zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen; eine solche Zerstörung entbehrt jeder Grundlage.
Rückgang der Bedeutung
Tatsächlich schwand allmählich die Bedeutung der Kästenburg, die erstmals nachgewiesen am Ausgang des 14. Jahrhunderts das bischöfliche Urkundenarchiv beherbergt hatte und in deren Burgkapelle am 12. Juli 1388 Nikolaus I. zum Bischof von Speyer geweiht worden war. Die Bedeutung ging nicht zuletzt zurück wegen der Errichtung der neuen Anlage Hanhofen seit 1414/20 (später Marientraut).
1466 gehörte die Kästenburg zu den Gütern des Hochstifts Speyer, die Kurfürst Friedrich I. für Bischof Matthias in Schutz nahm. Ein zwei Jahre zuvor aufgenommenes Inventar belegt die bescheidene Ausstattung, zu der neben Lebensmitteln und zahlreichem Bettzeug nur ein Esel, zwei Pferde („davon eines blind“) und an Waffen 14 funktionsfähige Armbrüste mit drei Winden und ungefähr 5000 Pfeilen sowie sechs Haken-, eine Stein-, vier Hand- und eine Klotzbüchse gehörten.
Schäden und Zerstörungen
Im Bauernkrieg wurde die Kästenburg 1525 vom „Nußdorfer Bauernhaufen“ besetzt und ausgeplündert, doch entgegen anderslautenden Meinungen nicht zerstört. Nach der Eroberung und Niederbrennung im Jahre 1552 durch Truppen des Markgrafen und Söldnerführers Albrecht Alkibiades von Brandenburg, dem eine Brandschatzung von 150.000 Gulden verweigert worden war, veranlasste Bischof Marquard von Speyer, der 1560–81 im Amt war, lediglich die notdürftige Wiederherstellung der Wohngebäude und bestimmte die Ruine zum Sitz eines Försters.
Die ehemalige Wehranlage überstand zwar den Dreißigjährigen Krieg wohl ohne weitere Schäden, doch während des Pfälzischen Erbfolgekrieges zerstörten französische Soldaten im September 1688 die mittlerweile verlassene Burg. 1701–03 wurde sie nochmals notdürftig befestigt.
1797 zum französischen Staatsbesitz erklärt, fiel die Ruine 1816 nach dem Wiener Kongress mit der gesamten linksrheinischen Pfalz an das Königreich Bayern. Bald darauf machten Neustadter Bürger die wertlose Anlage dem bayerischen König Maximilian I. zum „Geschenk“. Deshalb wird das Schloss im Volksmund auch „Maxburg“ genannt. 



Modell der Burganlage: 
Hambacher Fest Im Rahmen des Hambacher Festes von 1832 wurde die damalige Schlossruine zum Schauplatz der Unzufriedenheit der pfälzischen Bevölkerung über Repressionsmaßnahmen der 1816 eingesetzten bayerischen Verwaltung. Diese hatte in den Folgejahren wichtige Errungenschaften zurückgenommen, die dem Volk in der Zeit der Besatzung durch französische Revolutionstruppen (1797/98–1815) gewährt worden waren. Seit jenem Fest gilt das Hambacher Schloss als Symbol der Demokratie.
Ausführliche Informationen zum Hambacher Fest siehe hier . 
Der Zug zum Hambacher Schloss 1832. Nach einer zeitgenössischen Darstellung von Wolpertinger . Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hambacher Schloss aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Lageplan per Google Maps: 
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